ZUM BEISPIEL SUBERG
Das Dokumentarfilmprojekt ZUM BEISPIEL SUBERG von Simon Baumann wurde an den 46. Solothurner Filmtagen als Gewinner des CH-Dokfilm-Wettbewerbs des Migros-Kulturprozent ausgezeichnet. Mit der Preissumme und einem Vorankauf durch die SRG SSR idée suisse ist die Herstellung des Films garantiert.
Regie: Simon Baumann / Produktion:
Balzli&Fahrer GmbH / Produzent: Dieter Fahrer
Verleih: Look Now! / Kinostart voraussichtlich 2012
Migros Kulturprozent /
Laudatio von Peter Liechti
SynopsisSuberg. 436 Meter über Meer, 606 Einwohner, ein Bahnhof, ein Schulhaus, eine Beiz und eine Düngerfabrik. Ein mittleres Dorf im Schweizer Mittelland. Auf halber Strecke zwischen Bern und Biel im nebligen Lyssbachtal gelegen, hat sich Suberg in den letzten Jahrzehnten vom verschlafenen Bauerndorf zum Schlafdorf entwickelt.
Ich lebe seit meiner Geburt in Suberg. Ich habe das Dorf und seine Bewohner 31 Jahre lang erfolgreich ignoriert, bin davor geflüchtet. Den Schulweg bin ich nie gegangen, sondern gerannt, später zum Bahnhof gehastet, ohne links und rechts zu schauen. Wenn schon auf dem Land leben, hab ich mir gesagt, dann lieber ohne Kontakt zu den langweiligen Landbewohnern.
Als ich noch Primarschüler war, kamen meine Freunde aus Suberg. Heute leben sie in Zürich oder Berlin und meine Abende in der Provinz werden immer einsamer.
Deshalb will ich jetzt Teil der Dorfgemeinschaft werden. Ich will das Dorf und seine Bewohner kennen und verstehen lernen. Ich brauche Freunde zum Quatschen und Bier trinken, Freunde die da sind, wenn man sie braucht. Ich brauche Freunde aus Suberg.
Aber wie findet man Freunde in einem Dorf das kaum mehr eine sichtbare Dorfkultur hat? Und warum ist das so? Ich mache mich auf die Suche nach Überresten der Dorfgemeinschaft, treffe auf Menschen, die das Dorf und seine Entwicklung geprägt haben und finde im Männerchor einen letzten Verein, dessen Untergang vielleicht nur ich aufhalten kann.